[Musik-Newsletter] Wechseljahre sind laaaaangweilig, oder nicht? Schlüssel-Literatur anbei
Published 6 months ago • 4 min read
Moin!
Ich hatte die letzten Tage viel Zeit im Bett vor mich hinzusinnieren, von kurzen Sprints in die Keramikabteilung unterbrochen: Salmonellen! In südliche Gefilde umzuziehen hat auch Nachteile; mehr Chancen auf laxere Küchenhygiene. Die Einzelheiten erspare ich Ihnen… Aber ich hatte mal die Möglichkeit, träge und schlapp meine Gedanken schweifen zu lassen:
Warum finde ich Wechseljahre so langweilig?
Nein, das ist nicht ganz korrekt, Wechseljahre per se sind nicht öde. Zum einen, ein Drittel der Frauen leidet heftig unter den Symptomen, es macht mir immer viel Freude, mit Hypnose, Heilpflanzen und wenn es sein muss, auch bioidentischen Hormonen den Frauen Erleichterung zu schaffen. Das „Tun“ ist nicht langweilig.
Das, was mich anödet, ist der aktuelle Hormon-Hype: nicht schon wieder, hatten wir schon drei Mal*. Und zu nehmend nervt mich das Drama, das um die Wechseljahre gemacht wird, das ärgert mich, denn es verunsichert die Frauen, die keine oder wenige Beschwerden haben.
Ich war in den letzten Wochen wenig auf Instagram, und wenn, wurden mir ständig Dinge anzeigt wie: „Du bist über 35 Jahre, 5 Zeichen, dass Du schon in der Perimenopause bist…" Ja, ich bin über 35 Jahre, schon 20 Jahre lang und diese 5 Zeichen sind immer total beliebig, können auch für PMS oder Anderes stehen. Müssen die ersten hormonellen Veränderungen, die uns anzeigen, dass wir nicht mehr in den 20ern sind und wir uns irgendwann den Zyklus wieder abgewöhnen werden, gleich der Schritt ins Drama und Grund sein, den Anfang vom Ende zu sehen**.
Irgendwann kam ich darauf,
was mein Problem mit den Wechseljahren ist:
Es ist ein natürlicher Prozess, wie die Pubertät nur umgekehrt. Während wir über Pubertierchen lachen und uns manchmal die Haare raufen, mal mehr, mal weniger Verständnis haben, dass das Gehirn an manchen Tagen wegen hormonellem Umbau geschlossen ist, sollen Frauen im Wechsel am besten einfach funktionieren, egal was gerade umbaut.
Und: bei den Pubertierchen erwarten wir, dass sie in einen spannenden Lebensabschnitt hineinwachsen, als zyklische Frauen, die ihren Platz im Leben erobern, eine Ausbildung oder Studium wählen (und im Idealfall abschließen), Partner finden, vielleicht erstmal ein paar männliche oder weibliche Frösche küssen, die sich nicht in ein Upgrade verwandeln und dank Diaphragma, NFP & Co heute wählen können, ob sie früh Mütter werden oder nicht***. Es ist der Schritt in das Leben als Frau.
Diese Perspektive fehlt, für die Wechseljahre!
Ich bin so froh, dass ich immer reichlich Rollen-Modelle in meinem Leben hatte von aktiven, tollen postmenopausalen Frauen, Kolleginnen und anderen, die nach dem Wechsel keine kleinen Kinder mehr großziehen, aber andere Dinge ins Leben tragen und groß machen. In den 18 Jahren meiner Praxis habe ich so viele Frauen gesehen, die nach dem Wechsel 15 oder 20 gute Jahre hatten, bevor sich dann das „Alter“ bemerkbar machte mit mehr oder weniger starken Beschwerden.
Es langweilt mich, dass wir den Wechsel auf Beschwerden reduzieren
Und nicht wie die Pubertät in erster Linie als einen Entwicklungsprozess in den nächsten Lebensabschnitt sehen, der fantastisch sein kann, wenn auch anders als der, der jungen, zyklischen Frau. Und daher langweilen mich auch die Interview- und Kooperations-Anfragen, die gelegentlich bei mir eintrudeln. Wenn ich meine Perspektive ändere, dann habe ich doch einiges dazu zu sagen – über die direkte Linderung von Beschwerden hinaus-, das nicht langweilig ist.
Eine Frau, die auch ganz viel zu dieser anderen Perspektive zu sagen hat, ist Susanne Ackstaller und ich möchte Ihnen Susis zweites Buch sehr ans Herz legen, ob Sie sich gerade mit Hitzewallungen und anderen Beschwerden herumschlagen oder einfach nur etwas Ermunterung möchten, wie toll das Leben nach dem Wechsel werden kann:
PS: Bücher, wie das von Susi, überreichen einem den Schlüssel zu eine postmenopausalen Leben, das sehr lebenswert ist… Die magischen drei Schlüssel von mir gibt es voraussichtlich vom 21. bis 23. Februar wieder beim nächsten Online-Wechseljahrs-Retreat und bis dahin gibt es auch noch einen Schlüssel von Epica, denn Sie wissen, ich lese auch gerne zu guter Musik.
The Skeleton Key, Epica
Fußnoten:
*Ich vergesse schnell, dass ich mich schon über 35 Jahre in der Medizin herumtreibe, Ende der 1980er schon Hormon-kritische Literatur im feministischen Frauengesundheitszentrum Kiel verschlungen habe. Die Zeit fliegt manchmal, meine Leseliste kündet davon.
**Und meine Kinderwunsch-Ladies bekommen Panik, dass das Ende der Fruchtbarkeit naht; da könnte ich ausrasten, wir werden so sehr gehirngewaschen und das Frau-sein wird häufig pathologisiert.
***Das ist für mich der allergrößte Schritt in die Freiheit als moderne Frau: eine Auswahl an sehr sicheren Verhütungsmitteln, nicht umsonst habe ich einige Jahre viel darüber geschrieben und unterrichtet. Meine Oma sagte immer: „Ihr habt es so gut, dass Ihr heute gute Verhütungsmittel habt. Früher mussten wir immer Angst haben und dann gleich heiraten. Ein Auto fährt man doch auch erst zur Probe, bevor man es kauft.“
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